Politik und mehr aus Kalletal und Lippe

Aktuelles aus Kalletal und Lippe

Nachstehend finden Sie unsere aktuellen Themen und Berichte.

Demokratie in Gefahr

Bürgermeister der Beliebigkeit

Nun wächst zusammen, was zusammengehört: Auf Facebook wird ja schon seit längerem Mario Hecker als „Genosse“ bezeichnet und nun hat es Manfred Rehse mit seiner SPD-Combo „offiziell“ gemacht: Ohne Not und 1 1/2 Jahre vor der nächsten Wahl erklärt die SPD Kalletal den eigenen Bankrott und wird keinen eigenen Kandidaten für das Bürgermeisteramt ins Rennen schicken, sondern setzt auf Hecker.

Man kann es sich als Partei- und Fraktionsvorsitzender auch leicht machen! Ob man allerdings mit diesem „Kandidaten“ den Interessen der eigenen Klientel dient? Oder geht  es doch nur um die  Eitelkeit der eigenen Ratsmitglieder, die schon seit langem von Hecker „umgarnt“ werden? Dieser hat zumindest intuitiv erfasst, dass er mit der zersplitterten CDU-Truppe nicht unbedingt die Mehrheit auf seiner Seite hat und so pflegt er ein Verhältnis auf „Augenhöhe“ mit dem SPD-Chef. Hier und da ein Foto und schon sind der SPD-Fraktionsvorsitzende, der 1. stellvertretende Bürgermeister von der SPD und der SPD-Bauausschussvorsitzende glücklich und natürlich vor allem wichtig.

Doch was hat die Kalletaler SPD davon  - außer Glückshormonen bei ihren Vorturnern? Vielleicht demnächst einen Posten im Rathaus? Wir erinnern uns, die Bauamtsleiterin kam auf dem „grünen Ticket“ ins Amt, ein CDU-Funktionär wurde Kämmerer. Damit waren die Hecker-Unterstützer der 2015-er Bürgermeister-Wahl befriedigt worden. Nun will scheinbar auch die SPD an den „Kuchen“. Doch die Bauamtschefin hat kurz nach der SPD-Entscheidung bekannt gegeben, dass sie das Kalletal nun doch nicht verlassen will, obwohl die Tinte unter dem Vertrag in Barntrup schon trocken gewesen sein soll. Sehr merkwürdig, aber deutlich: Kein Bauamt für die SPD. Aber vielleicht sind ja noch ein paar Karrieren nach dem Motto „Vom Hausmeister zum Bauprojektleiter“ drin. (s. u. Balkongespräche Januar 2019)

Die heimische Presse berichtete von einem klugen Schachzug der SPD. Das mussten wir von unverkehrt.de echt erst einmal sacken lassen. Derzeit stellt die SPD in Kalletal die größte Fraktion und sie hat nichts, aber auch rein gar nichts unternommen, um einen eigenen Kandidaten zu suchen und aufzubauen. Und das findet der SPD-Chef auch noch zum Schmunzeln. Ja geht’s denn noch? Das Verhalten der Verantwortlichen gegenüber dem eigenen Kandidaten bei der letzten BM-Wahl war schon mehr als grenzwertig und sah nach Arbeitsverweigerung aus. Und nun stellen sie sich hin und behaupten, Hecker habe ja SPD-Politik gemacht, viele eigene Initiativen und Vorschläge seien in der aktuellen Legislaturperiode umgesetzt worden.

Kluger Schachzug? Hecker ist jetzt „ihr Kandidat“. Die Grünen werden sicher hinterherlaufen, auch wenn sich deren Fraktionsvorsitzender noch zurückhält. Die CDU dagegen hat nun ein echtes Problem, das zumindest hat die Kalletaler SPD-Spitze geschafft und ihr passend zu Ostern ein Ei ins Nest gelegt.

Wie will sie nun ihrer Klientel erklären, dass der SPD-Hecker auch für die CDU alternativlos ist?  Noch dazu, wo sie ja auch durchaus schon mal kritischere Töne bezüglich der Gemeindefinanzen anschlägt. In Ermangelung eines eigenen Kandidaten kann es aber gut sein, dass auch sie sich erneut für Hecker ausspricht und der Wahlkampf darin besteht, wer diesen „Bürgermeister der Beliebigkeit" zuerst entdeckt hat...

Bitte nicht!

Wir sind gespannt und können nur hoffen, dass die BürgerInnen in Kalletal 2020 beim Bürgermeisteramt auswählen können. Denn eine Wahl mit einem Kandidaten und der Einheitspartei PIEP (Wir haben uns alle lieb) ist der Tod im Topf und eine riesengroße Gefahr für unsere Demokratie. Die lebt nämlich von unterschiedlichen Entwürfen, vom Ringen um die besten Ideen und letztlich auch von entstehenden Kompromissen. Wenn alle dasselbe denken, hat das nichts mehr mit Demokratie zu tun. Und ein kluger Schachzug ist so etwa schon gar nicht!

Alles, was Demokratie ausmacht, müssen ja leider schon jetzt im fast gleichgeschalteten Rat der Gemeinde Kalletal die Unabhängigen Kalletaler Bürger (UKB) schultern. Ein bisschen viel für einen kleinen Verein mit drei Ratsmitgliedern. Aber besser als nichts. (ED16042019)

 

 

Wie man sich bettet…

Der Kalletaler Bürgermeister weiß es

Nun ist es amtlich: „Der Bürgermeister schläft in ‚Kramer Betten’“. So die Schlagzeile im Kalletaler Blick vom 23. März 2019. Das kostenlose Anzeigenblatt, das von der Vlothoer Redaktion des Westfalen-Blatt gefertigt und vom Verlag als Amtsblatt geführt wird, hat den Kalletalern nun endlich verraten, was sie schon immer wissen wollten, aber sich nicht zu fragen getraut haben: Der Kalletaler Bürgermeister höchstselbst schläft doch tatsächlich in „Kramer Betten“. Wie schön für ihn! Doch wen interessiert das? Die vielen zufriedenen Kunden des renommierten Möbelfachgeschäfts in Echternhagen?

Ob der Bürgermeister und der Schreiber das allen Ernstes für Werbung halten?

Es muss so sein, denn derselbe Text erscheint auch noch im „Nordlippischen Anzeiger“ vom 30. März 2019 unter dem geringfügig geänderten Titel „Der Bürgermeister selbst schläft in ‚Kramer Betten’“, ebenfalls einem kostenlosen Anzeigen-Blatt. Foto-Unterschiede muss man suchen und sind wohl lediglich mit einem Stellungswechsel des fotografierenden Schreibers zu erklären.

Hilfe, was ist das für ein Niveau! (ED03042019)

 

 

Balkongeschichte März 2019

Landgericht muss Vorgehen der Gemeinde prüfen

Mia- Chantal hat Geburtstag, die Familie trifft sich gegen 19 Uhr. Regina-Beate und Lieschen haben wunderbare Snacks vorbereitet, Klaus-Wolfgang hat verschiedene Getränke besorgt. Alle singen ein Geburtstagslied für Mia-Chantal, die strahlt.

Philipp-Rene: Mein Kumpel hat mir beim Getränkeeinkauf eine brandneue Geschichte erzählt. Er hat berichtet, dass er am 26.März auf einem Güte- und Verhandlungstermin im Landgericht Detmold war. Seine Bekannte aus Langenholzhausen hatte ihn gebeten, dort hinzugehen. Was er da gehört hat, fand er durchaus bedenklich.

Regina-Beate: Worum ging es da?

Philipp-Rene: Es ging um das Wohnhaus des ehemaligen Müllers in Langenholzhausen. Die Erbin hatte das der Gemeinde zum Kauf angeboten. Die hat wohl Interesse bekundet, wollte aber nur kaufen, wenn das Haus abgerissen wird und das auch noch mit öffentlichen Steuergeldern bezuschusst wird. Angeblich war dazu ein Wertgutachten erfoderlich.

 

Klaus Wolfgang: Das gibt doch eigentlich der Verkäufer in Auftrag.

Philipp-Rene: Eigentlich ja, in diesem Fall aber hat das die Gemeinde im eigenen Interesse beauftragt.

Klaus Wolfgang: Und was ist dabei rausgekommen?

Philipp-Rene: (grinst) Was wohl? Wert: 60.000 Euro, die Erbin empfand das als unverschämt, weil das Gebäude ihres Bruders nicht in schlechtem Zustand war. Dafür wollte die Erbin natürlich nicht verkaufen. Das teilte sie dem BM aus Kalletal auch mit. Dieser reagierte daraufhin mit der Mitteilung, dass das Grundstück an jeden verkauft werden kann, der einen höheren Preis bietet.

Klaus Wolfgang: Hat sie einen gefunden?

 

Philipp-Rene: Ja, sie hat eine Maklerin beauftragt und das Gebäude ist mit Notarvertrag für 85.000 Euro verkauft worden.

Klaus-Wolfgang:(stirnrunzelnd) Und warum war das jetzt vor Gericht?

Philipp-Rene: Weil die Gemeinde nun plötzlich der Meinung war, dass sie dem Kaufvertrag nicht zustimmen wollte. Trotz Zusage des BMs blockierte die Gemeinde das „Wirksamwerden“ des notariellen Kaufvertrags und teilte mit, dass sie ihr Vorkaufsrecht zum Preis von 60.000 Euro ausüben wolle. Das fand die Eigentümerin sehr unverschämt, weil das Haus ihres Bruders renoviert war und weil sie schon einen „Verkaufsvertrag“ unterschrieben hatte.

Klaus-Wolfgang: Und was wurde dann vor Gericht dazu erörtert?

Philipp-Rene: Die Eigentümerin schilderte nochmals alle Gespräche mit dem BM aus Kalletal. Danach erläuterte der Kalletaler BM nochmals seine Vorgehensweise und die daraus resultierenden Ratsbeschlüsse. Insbesondere betonte der BM, dass ein Abriss der Gebäude zur Förderung mit öffentlichen Mitteln notwendig sei. Auf Nachfrage des Gerichts wurde ausdrücklich vom BM bestätigt, dass das Wertgutachten unter diesen Vorgaben beauftragt wurde.

Klaus Wolfgang: Und wie ging’s weiter?

Philipp-Rene: Nach der Erörterung der Sachlage kamen scheinbar auch der Führungsspitze der Gemeinde rechtliche Zweifel an der Vorgehensweise und es wurde eine Beratungspause beantragt, der das Gericht stattgab. Danach bot der Anwalt der Gemeinde plötzlich doch 85.000 Euro als Kaufpreis. Darauf wollten sich weder die Grundstückseigentümerin und ihr Rechtsanwalt noch der Erwerber einlassen.

Klaus-Wolfgang: Aber dass das so nicht geht, muss doch der Kämmerer der Gemeinde wissen. Den hat doch der Bürgermeister extra  eingestellt, weil er gelernter Jurist ist. Auch die Abteilungsleitung des Fachbereiches Bau hätte so was wissen können, oder?

Philipp-Rene: (schmunzelnd) Mal langsam, der Jurist und Kämmerer hat zwar den Rat beraten, hat aber nach den Berichten meines Kumpels im Gerichtssaal nur auf den Zuhörerplätzen gesessen!! Wollte wohl im Hinterhalt bleiben.

Regina-Beate: Das glaub‘ ich nicht. Erst vor einigen Tagen hat der Bürgermeister im Rahmen einer öffentlichen vom SPD-Fraktionsvorsitzenden organisierten Bürgerversammlung in Langenholzhausen mitgeteilt, dass die Gemeinde das Wohnhaus des ehemaligen Müllers zum kleinen Preis kaufen kann. Bei dem anstehenden Gerichtsverfahren in Detmold würde das sicher bestätigt, das sei eine reine Formalie.

Philipp-Rene: Das hat mein Kumpel auch so ähnlich gehört, ob daraus nun was wird, ist nach dem Güte -und Verhandlungstermin in Detmold völlig offen.

Klaus-Wolfgang: Und wann erfahren wir das?

Philipp-Rene: Die Entscheidung des Gerichts wird am 30.04.2019 bekanntgegeben.

Klaus-Wolfgang: Ich bin gespannt, wie, wann und was die regionale Presse und die Hofberichterstatter über dieses Thema verbreiten werden.

Mia-Chantal: Schluss mit dieser Gemeinde, jetzt wollen wir essen und trinken. (HB27032019)

 

 

Gedankensplitter März 2019

Windige Beschlüsse

Kürzlich war im Handelsblatt nachzulesen, dass nach neusten Berechnungen die vier Übertragungsnetzbetreiber bis 2030 etwa 19 Milliarden Euro zusätzlich für den erforderlichen Netzausbau wegen der Stromerzeugung aus regenerativen Energien investieren müssen.

Von den Übertragungsnetzen wird der Strom an Verteilernetze weitergeleitet. Diese bringen den Strom bis an den Hausanschluss. Die Anforderungen an mehr als 900 Verteilernetzbetreiber in Deutschland steigt derzeit durch die Energiewende enorm. Die Verteilnetzbetreiber rechnen mit zweistelligen Milliardenbeträgen in den kommenden Jahren.

Natürlich trifft das auch die Kalletaler Stromkunden.

Über die Auswirkungen der Windräder in Kalletal auf die Strompreise haben wir auf unverkehrt.de schon mehrfach berichtet (Gedankensplitter Oktober 2018 (1), Gedankensplitter November 2018 (1) usw.)

Natürlich war auch das Stromnetz in Kalletal nicht in der Lage, die Strommengen der sechs Anlagen auf dem Rafelder Berg aufzunehmen. Mehr als zwei Jahre haben die Investoren und Windbarone dieser Windräder (Private und der Landesverband Lippe) gem. Erneuerbare-Energiegesetz (EEG) für Strom kassiert, der weder eingespeist noch weitergeleitet werden konnte.

Bis Ende 2018 musste der Netzbetreiber (Stadtwerke Lippe-Weser GmbH & Co.KG) große Investitionen zur Netzverstärkung und Neuverlegung von Leitungen tätigen.

Bürgermeister und Kämmerer haben den Kalletaler Stromkunden die Kosten für den Anschluss von dezentralen Einspeisekapazitäten (insbesondere Windkraftanlagen) lange verschwiegen.

Die Auswirkungen für die Gemeinde sollten offensichtlich nicht öffentlich werden. Warum sonst hat der Rat am 06.12.2018 in nichtöffentlicher Sitzung in Dörentrup auf Empfehlung des BMs mit 26 ja und 2 Gegenstimmen folgenden Beschluss gefasst:

Der Rat stimmt zu, dass der Zweckverband Lippe Weser zur Finanzierung der Investitionen der Stadtwerke Lippe-Weser GmbH & Co.KG ein Darlehen in Höhe von 5.100.000, - € aufnimmt. Der Betrag in Höhe von 5.100.000, - € wird der Stadtwerke Lippe-Weser GmbH & Co. KG als Kapitalzuweisung (Stärkung der Eigenkapitalquote) für Investitionen zur Verfügung gestellt. Darlehen des Zweckverbands werden anteilig von den vier beteiligten Kommunen verbürgt. Voraussetzung dafür ist eine Ausschüttung der Stadtwerke Lippe-Weser GmbH & Co. KG in Höhe des Kapitaldienstes, jedoch höchstens 3%. (siehe Niederschrift Rat 31.01.2019, zu Punkt1)

Diese Heimlichtuerei wollte aber selbst die Kommunalaufsicht des Kreises Lippe nicht dulden und forderte zur Rechtmäßigkeit des Beschlusses eine Beschlussfassung in öffentlicher Ratssitzung. Wer nun erwartet hatte, dass die gleiche Vorlage mit demselben  Beschlussvorschlag in der Tagesordnung der öffentlichen Ratssitzung am 31.01.2019 erscheint, rieb sich verwundert die Augen.

Die diesmal vom Kämmerer gefertigte Vorlage 1/2019 verweist bezüglich der SACHDARSTELLUNG doch tatsächlich nur auf die nichtöffentliche Vorlage. Ansonsten fehlt eine Sachdarstellung. Wie soll der interessierte Bürger die Zusammenhänge verstehen? Oder soll er das gar nicht?

Auch der Beschlussvorschlag sieht plötzlich anders aus.  Hier heißt es jetzt:

Zur Finanzierung der Investitionen der Stadtwerke Lippe-Weser GmbH & Co.KG wird durch den Zweckverband Lippe-Weser ein Darlehen in Höhe von 5.100.000, - € aufgenommen. Der Betrag in Höhe von 5.100.000, - € wird der Stadtwerke Lippe-Weser & Co. KG als Kapitalzuweisung für Investitionen zur Verfügung gestellt. (siehe Niederschrift Rat 31.01.2019, zu Punkt 4)

Von Stärkung des Eigenkapitals, anteilige Verbürgung von vier Kommunen und Ausschüttungen ist plötzlich in der öffentlichen Sitzung nicht mehr die Rede. Das Verwirrspiel ist perfekt, welcher Beschluss ist gültig? Der Beschluss vom 06.12.2018 wurde scheinbar nicht aufgehoben!!

 

Aus dem Rat kam dazu keine Nachfrage. Ohne weitere Beratung stimmte der Rat mit 24 Ja und 3 Gegenstimmen zu.

Wir sind gespannt, was die Kommunalaufsicht dazu sagt.

Zumindest werden nun Stück für Stück die wahren Folge-Kosten der unseligen Ratsbeschlüsse zum Thema Windräder bekannt. Zahlen müssen am Ende immer die Stromverbraucher, weil die Kosten der Netznutzung über die Stromrechnung auf alle Stromkunden umgelegt werden. Die Netzentgelte sind kontinuierlich gestiegen und werden auch weiter steigen.

Viele von Windrädern betroffene Bürger hoffen, dass es nach dem Auslaufen der Förderung älterer Anlagen keine neuen Genehmigungen gibt, weil die Voraussetzungen fehlen. In Kalletal kann darauf kein Bürger hoffen, da der Rat mit seinen Beschlüssen zum Flächennutzungsplan alle Voraussetzungen für neue und größere Ersatz- Windräder geschaffen hat.(HB15032019)

 

 

 

 

Auszeichnung für besondere Leistungen in Gold in Kalletal 2017/2018

Über die Kalletaler Gold-Preisträger hat unverkehrt.de bereits 2016 berichtet (siehe Archiv/Allgemeines)

Die Verleihung der Goldtitel für 2017/2018 erweist sich als schwierig.

Geh-Radweg Talle:

Vorgesehen waren zunächst das silberne Fahrrad mit goldener Klingel an ein Taller Ratsmitglied für den „Bürgerradweg“ von Talle Richtung Lemgo.

Die Gemeindespitze und der Rat beauftragten den Taller Heimatverein per Vertrag zur Durchführung der Baumaßnahme, um Kosten zu sparen. Hat wohl alles nicht so richtig funktioniert. Warum?    

Laut Darstellung eines Taller Ratsmitglieds in der Presse waren „Amateure“ am Werk. Pläne wurden nach eigenen Angaben am Küchentisch gezeichnet. Über Ausschreibungen und Auftragsvergaben wird im Hintergrund auch gemunkelt.       

Wir vermuteten damals eine Verleihung des Titels durch das Verkehrsministerium NRW.Daraus wurde nichts. Im Gegenteil. Der Bau verzögerte sich erheblich. Die genehmigten Pläne wurden nicht beachtet und nach „Gutsherrenart“ gearbeitet und gebaut.

Das wollte sich die Bezirksregierung Detmold offensichtlich nicht bieten lassen. Hier ist man scheinbar der Auffassung, dass Baugenehmigungen, Vorschriften und Gesetze auch für „Ehrenamtler“ und für „Amateure“ gelten. Das „Kleinreden“ der Verstöße gegen die Baugenehmigung und das Wehklagen in der regionalen Presse durch die Radwegbauer macht wenig Sinn, so manch privater Amateur-Bauherr hat das auch schon erfahren.

Wir sind gespannt, ob die Bezirksregierung sich das gefallen lassen wird oder so milde wie die Kreisverwaltung reagiert. Auch die Prüfung der sachgerechten Mittelverwendung wird sicher nicht von Ehrenamtlern durchgeführt.

 

Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

 

Das silberne Fahrrad mag angehen, aber den Vorschlag der goldenen Klingel ziehen wir zurück.

 

 

 

 

Hohenhauser Straße:

Schon Ende 2016 haben wir berichtet, dass das Rennen um den goldenen Bordstein der Hohenhauser Straße spannend wird. Die Vielzahl der Bewerber für diesen Preis hat sich leider verflüchtigt, Ratsmitglieder aus Hohenhausen ducken sich weg, selbst der Bürgermeister betont immer wieder, dass er mit dieser Baustelle nichts zu tun hat, macht Ortstermine, schreibt Presseberichte und beteuert seine Unschuld am Verlauf dieser Maßnahme. Der Ablauf der Bürgerinformations-Veranstaltung und die Pressetermine des Bürgermeisters im Jahr 2017/2018 sprechen allerdings eine andere Sprache. Vom Straßenbaulastträger aus Bielefeld war bei der Bürgerinfo niemand anwesend.

Die „Kommunikationsprobleme“ der derzeitigen Verwaltungsspitze mit Straßen-NRW in Bielefeld sind nicht mehr zu übersehen. Das ist für die Anlieger der Hohenhauser Straße unschön.

Wir sind damals davon ausgegangen, dass noch 2017 rund 1/3 der Maßnahme abgearbeitet wird. Das war - wie sich herausgestellt hat - zu optimistisch. Auch 2018 ging‘s nicht wirklich weiter. Wir hoffen nun für die Anlieger und die Nutzer der Hohenhauser Straße, dass 2019 zumindest die Fertigstellung der Straße oder großer Teile davon gelingt.

Das Rennen um den goldenen Bordstein geht also weiter.

Bisher liegt nach unserer Einschätzung Straßen NRW vorn mit 15 von 1000 Millimeter, Rat der Gemeinde: 4,5 von 1000 Millimeter, Bürgermeister: 0,5 von 1000 Millimeter.

 

Weitere heiße Anwärter für den Goldtitel 2019:

Da ist zunächst die Dorf-FH Bavenhausen. Hier wird davon ausgegangen, dass 2019 das erste Paar Strümpfe in der Farbe Gold für die Schuhgröße 39 (kleinere Personen) hergestellt wird.

Ein weiterer Anwärter ist sicher der Vorsitzende des Heimatvereins Talle, der nach dem Bürgerradweg nun das nächste Projekt „Tempelhaus“ in Angriff nimmt. (unverkehrt.de hat bereits berichtet unter Archiv/Allgemeines, Geburtstagsgeschenk für den großen Vorsitzenden) Wir hoffen, dass bei diesem Vorhaben mit öffentlichen Steuergeldern alle Vorschriften eingehalten werden, es handelt sich hier immerhin um ein Denkmal. Also kein Projekt für Amateure und Küchentischplaner. Über die Möglichkeit Aufträge nach erfolgreicher Ausschreibung sach- und denkmalgerecht auszuführen, freuen sich Handwerker immer.

 

Für Gold wird‘s wohl schwierig,

aber silberne Geburtstagslöffel werden

sicher angestrebt.

Eine Vielzahl weiterer Bewerber steht in den Startlöchern. Wir werden berichten.(HB04032019)

 

 

 

 

Wald- und Forstmuseum Heidelbeck

Still ruht der See

Was machen eigentlich die großen An- und Umbaupläne, die das Wald- und Forstmuseum (WFM) in ein Walderlebniszentrum Heidelbeck verwandeln sollen? Seit im November 2018 die Feinjustierung dieser überdimensionierten Planung (unverkehrt.de berichtete mehrfach, s.u. und Archiv) von der Ratsmehrheit in Kalletal auf den Weg gebracht wurde, ruht still der See. Scheinbar sind keine neuen ideellen Kooperationen in Sicht, die hätte der Bürgermeister doch sicher mit einer Einladung zur Pressekonferenz verbunden und wir hätten davon gelesen.Kann es sein, dass die Pläne möglichst still und leise beerdigt werden sollen? 

Indizien in jüngster Zeit gibt es dafür einige, z. B. die beiden neuen Homepages der Gemeinde Kalletal. Auf der kalletal.de-Seite finden sich unter Leben in Kalletal/Ortschaften/zu Heidelbeck folgende Sätze: Die alte Schlossmühle von 1537 - zuletzt als Forsthaus genutzt und bereits in der alten lippischen Denkmalliste eingetragen - ist ein besonders reich geschmücktes Fachwerkhaus von einmaliger Schönheit. Heute ist hier ergänzt durch ein zweites Fachwerkhaus und ein historisches Sägegatter ein Wald- und Forstmuseum eingerichtet.“ „Heute“ und „eingerichtet“ sind eine hübsche Formulierung für ein geschlossenes Museum. Wer unter Tourismus/Sehenswertes schaut, findet lediglich Weserfähre, Mühlen und Schloss Varenholz. Also wenigstens da hätten die beiden wunderschönen Denkmäler des WFM hingehört. Auf der neuen Image-Homepage kalletalhoch3 ist nicht einmal mehr die Rede vom Wald- und Forstmuseum, unter „dörflich leben“ und dem Dorfschatz für Entdecker lassen sich über das +-Zeichen die 16 Ortsteile öffnen. Unter Heidelbeck, dem wunderbaren Walddorf, wird der Schlosskrug angepriesen und als Besonderheit auf Gastronomie und Wandern verwiesen. Über die „Impulse“ zu „Highdelbeck“ haben wir ja an anderer Stelle berichtet, auch bei Kira-Ashley Busekros und ihrem Verehrer spielt das WFM keine Rolle. Da darf man dann schon erstaunt sein, denn das „Gerüst“ von Internetseiten wird ja nicht ständig neu gemacht. Die Indizien für eine „Beerdigung“ häufen sich. Last but not least haben wir auch im Haushaltsplanentwurf 2019 keine Hinweise darauf gefunden, dass sich in diesem Jahr in Bezug auf das Erlebniszentrum etwas tut. (ED26022019)

 

 

Neue Visitenkarte für die Gemeinde Kalletal

Wer ist der Wichtigste im ganzen „Kalle“-Land?

Eine gute Nachricht kommt aus dem Rathaus: In der 6. KW 2019 startete die neue Homepage der Gemeinde Kalletal. Klar, dass unverkehrt.de nach dem Bericht über die „Visitenkarte zum Fremdschämen“ (Dezember 2018, s.u.) neugierig auf die Seiten war. Kurzes knappes Fazit: Farblich und mit der Einteilung in vier Menüpunkte erst einmal gut gelungen und: Der Bürgermeister ist lernfähig! Statt fünfmal „ich“ kommt diesmal die Hervorhebung der eigenen Person im Grußwort nur noch zweimal in ich-Form daher. Super! Doch was ist das? Verwundert reibt man sich die Augen, Ersatz musste her, denn jetzt steht viermal „Bürgermeister“ im Text. Summa summarum hat sich in dem Punkt also leider wenig geändert. Und entgegen der ersten Fassung nennt er sich selbst auch noch vor den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sie wissen es vielleicht noch aus der Schule, wenn der kleine Max vom Spielenachmittag berichtet hat und mit „Ich und Sebastian…“ beginnt, wie dann alle im Chor rufen „Der Esel nennt sich immer zuerst!“

Dass viele Politiker ein ausgeprägtes Geltungsbedürfnis haben und sich auf jedes Foto drängeln, ist bekannt. Das findet sicher nicht jeder gut, doch darüber regt sich die Gesellschaft kaum noch auf, es ist halt ein öffentlicher Job und es geht um Wählerstimmen. Hier kreist jedoch jemand um sich selbst, dabei ist es die Homepage von Kalletal und nicht die private Homepage Mario Hecker. Wer auf die Startseite geht, hat gleich den schmucken Mario im weißen Wahlkampfhemdchen im Visier, schön mittig zentriert zwischen „Bekanntmachungen“ und „kalletalhoch3“. Wenn Sie draufklicken und zum Grußwort kommen, können Sie das dortige Foto dann sogar durch Klicken noch vergrößern. Spieglein, Spieglein an der Wand… Ob’s diese Funktion wirklich gebraucht hat? Oder soll das die „Eindimensionalität“ sprengen?

Machen Sie sich einfach mal das Vergnügen und schauen Sie sich die Homepages anderer Städte und Gemeinden in Lippe an. Die meisten Amtsinhaber scheinen sich nicht so wichtig zu nehmen wie der Kalletaler Nintendo-Spieler. Mit ihm kann es nur Monika Rehmert aus Extertal aufnehmen, allerdings nur auf der alten extertal.de -Seite, auf der neuen exterdigital-Seite sieht das schon wieder anders aus. Die meisten Hecker-Kollegen muss man suchen, etwa unter Rat & Verwaltung, Bürgermeister und gezielt anklicken, dann bekommt man die eine oder andere Information oder auch ein Grußwort. Manche betreiben sogar politische Bildung und informieren über ihre Aufgaben als Bürgermeister (dafür muss man sie natürlich auch kennen), ein anderer entwirft seine Zukunftsvision der Stadt (nicht auf kalletalhoch3-Niveau, wo die Menschen alles gemeinsam machen und die Kinder mit Liebe aufwachsen).

Apropos Liebe, der Kalletaler Bürgermeister schreibt von „unserer liebevollen Gemeinde“. Also, meine Eltern waren tatsächlich sehr liebevoll, meine Oma auch, aber nur weil sie in Kalletal lebten, wird aus Kalletal keine liebevolle Gemeinde. Vielleicht ist es ja ein verzeihlicher Flüchtigkeitsfehler, nur ein anderer Buchstabe und davor noch ein „s“ und die Welt sieht doch gleich ganz anders aus… ;-) (ED15022019)

 

 

Gedankensplitter (Februar 2019)

Schwarzer Hoffnungsschimmer

Die Kalletaler CDU hat einen neuen Fraktionschef. Das war in den letzten Jahren regelmäßig zu lesen, ohne dass sich etwas Wesentliches änderte.

Diesmal scheint aber etwas anders zu sein. Vom neuen Fraktionschef der stark dezimierten CDU sind ganz neue Töne zu hören. Die von der Verwaltungsspitze abweichende Meinung zu den Plänen des Wald und Forstmuseums Heidelbeck ließ aufhorchen.

Auch die Sorge um die schlechte Haushaltslage der Gemeinde Kalletal und die Bereitschaft, notfalls auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen, machen Hoffnung.

Hoffnung auch deshalb,

weil es im Rat vielleicht wieder jemanden geben könnte, der erkennt, dass zur Zeit nur die guten allgemeinen Steuereinnahmen von Bund und Ländern, die massiv gestiegenen Gemeindesteuern, die überhöhten Gebühren für Abwasser, die niedrigen Darlehenszinsen und die seit Jahren verschobenen Investitionen das Haushaltsdefizit in Grenzen halten. (der Entwurf für 2019 sieht immer noch ein Defizit von ca. 650.000 Euro vor.)

Hoffnung auch deshalb,

weil es im Rat wieder jemand geben könnte, der nicht glaubt, dass durch die Veräußerung von gemeindeeigenen Häusern im Zentrum Hohenhausen für einen sehr geringen Preis, der Haushalt saniert werden kann. Insbesondere, wenn kurz zuvor das Gebäude auf Steuerzahlerkosten noch mit einem Aufwand von fast der Hälfte des Verkaufserlöses ertüchtigt wurde. Rechnet man den Erwerb und die Herrichtung des Ersatzgebäudes im Ortsteil Langenholzhausen und die fast leerstehenden Container „In den Ellern“ dazu, ist das …………………………………………………… unterm Strich negativ!

Hoffnung auch deshalb,

weil es im Rat wieder jemand geben könnte, der darüber nachdenkt, ob überhaupt und wenn ja, zu welchen Preisen Grundstücke (z.B. Baufläche, hoch subventionierte Gewerbeflächen, umgepflügte Wirtschaftswege usw.) und Gebäude auf Vorschlag der Zuständigen in der Verwaltungsspitze verkauft werden sollten. 

Hoffnung auch deshalb,

weil es im Rat auch wieder jemanden geben könnte, der die Personalentwicklung der Gemeinde Kalletal und deren fachliche Eignung im Auge behält.

Wahrlich eine schwere Aufgabe, nicht nur, aber auch wegen der politischen Zugehörigkeit des Kämmerers. Wir glauben aber, dass es durchaus Mitstreiter in der eigenen Fraktion und bei anderen (wie das Beispiel Wald und Forstmuseum gezeigt hat) geben könnte.

Kalletal hätte es verdient!(HB11022019)

 

Balkongespräche Februar 2019

WALDBADEN im Kalletaler Wind-Wald

macht locker 20 Jahre jünger

03.Februar 2019: Sonntagsfrühstück ist angesagt. Lieschen hat in der Veranda aufgetischt, Klaus-Wolfgang hat den Kamin schon auf angenehme Temperaturen gebracht.

Nico-Luis: (mürrisch, war letzte Nacht zur Fete im Sportverein, ist müde, hat keinen Hunger und daddelt auf seinem Smartphone rum) Die haben gestern was von einer Motorradfrau, die durch Waldbaden bei uns in Kalletal plötzlich jünger geworden ist, erzählt. Das soll auf der neuen Kalletaler Image- Website für junge Leute stehen. Ich schau’ da mal rein.

Mia-Chantal: Meine Freunde Ben und Sylvie aus Osterhagen haben auch sowas gesagt. Ich will das auch sehen. Was muss ich eingeben?

Nico-Luis: kalletalhoch3.de

Philipp-Rene: (zustimmend) Ja, ich habe auch von der Vorstellung dieser Kalletaler Website gehört. Die ist in Lüdenhausen in der Kirche vorgestellt worden. Der Bürgermeister hatte wohl wieder die vom Büro in Varenholz - die er auch für sich im Wahlkampf hatte - beauftragt. Die haben sich über diesen Auftrag so gefreut, dass sie angeblich durch die Kirche gehüpft sind und Mineralwasser versprüht haben. Das gehörte wahrscheinlich zum „Heimatprogramm“.

Regina-Beate: Ob das wirklich stimmt? Dass ein Priester oder Diakon bei bestimmten Anlässen Weihwasser mit einem Aspergill versprengt, ist ja bekannt, aber die in Lüdenhausen sind doch nicht katholisch.

Philipp-Rene: Die sind zwar nicht katholisch, aber das mit dem Mineralwasser stimmt.

Klaus-Wolfgang: Die Kirche war voll. In unserer Koronarsportgruppe fanden aber die meisten, dass so eine Veranstaltung nicht in die Kirche passt. Auf der Kalletaler Facebookseite kann man den Bürgermeister sogar unter der Kanzel bewundern. Meine Sportfreunde aus Lüdenhausen fanden das nicht so passend, auch wenn die Kirche schon reichlich Fördergelder für verschiedene Projekte aus Steuermitteln bekommen hat.

Mia-Chantal: (freut sich) Ich hab’ die Seite kalletalhoch3 gefunden. Die ist wie ein Bilderbuch und schön bunt.

Nico-Luis: Die haben gestern was von einem erotisch angehauchten Text aus Heidelbeck erzählt, hab’ den jetzt gefunden. Steht unter Kalletalhoch3- Impulse-Gern gelesen- Besser als Highdelbeck.  Die haben Hei.. aber High…. geschrieben. Soll wohl modern sein, so wie Highlight oder High Heels. Fangt schon mal an zu essen, ist viel Text, ich hab keinen Hunger. Ich lese euch mal vor, was da unter Highdelbeck steht, geht scheinbar um Liebe und Motorrad.

Vom Rauschen der Liebe in Kalletal

Ein Text von Axel Bürger

Da rauschte sie heran. Auf einer roten Ducati 1200 Pikes Peak. Älteres Modell. Das Motorrad, die Frau war taufrisch. Helm ab, sie kam ihm entgegen. Die Haare schienen eine Restfeuchte vom Duschen in sich zu tragen. Der Verkehr auf der Kreuzung zwischen Hohenhausen und Brosen nahm keine Notiz. Aaron hatte etwas warten müssen. Er war schon unterwegs, als ihn die SMS erreichte: „Ich komme etwas später. Viertel vor sollte klappen. Bis dann.“ Kira-Ashley Busekros, 30 Jahre alt, blond ohne eine typische Blondine zu sein, angemessen schmal geschnitten, eine Frau, die Vergangenheit in sich trug.

Lieschen: (quatscht dazwischen) Eine Busekros aus Heidelbeck kenn’ ich.

Mal sichtbar, mal unnahbar. Aaron wusste nicht so recht, was diese zwei Stunden hier in der Zentrale des Kalletals bringen würden. Er fühlte sich gut. Er hatte das gelbe T-Shirt gewählt, weil es morgens war und weil schwarz bekanntlich keine Farbe ist. Wenngleich Schwarz seinen Typ, die grauen Haare und die gelebten Träume, die bisweilen einfach nur Irrwege waren, unterstrichen hätten. Jetzt saßen sie da. Kira-Ashley zog es in den Schatten, Aaron saß gern in der Sonne. Er rückte etwas näher, wollte bei diesem Frühstück nicht quer über den Tisch schreien. Sie fummelte an sich herum, zupfte hier und da. Dann kam der Kellner. „Drei Rühreier, einen Latte Macchiato, einen Liter Wasser.“ Die Speisekarte war nicht vonnöten, Kira-Ashley kannte sich aus, Sie wusste, wie das Frühstück aussehen soll und hoffte, dass es auch so schmecken würde. Aaron zeigte sich leicht beeindruckt von dieser Routine, bestellte einfach das gleiche plus Tomaten und lehnte sich zurück. Die Sonnenbrille ließ er auf den Tisch gleiten. Wie sinnlos, eine Frau erstmals wirklich wahrzunehmen und seine eigenen Augen versteckt zu halten.

Philipp-Rene: (nachdenklich) Das kommt mir irgendwie bekannt vor.

Nico-Luis: Ich lese jetzt weiter.

Sie erzählte vom Reiten in Herbrechtsdorf, bei Aaron bauten sich Bilder auf. Er sah sich und diese Frau auf einem Steg sitzen. Die Sonne wärmte beide gnädig. Das Schilf wiegte leise hin und her. Ruhig lag der See vor ihnen, sie ließen sich auf die warmen Lärchenbretter des Stegs gleiten. Vielleicht an der Weser. Schlagartig katapultierte es ihn zurück in der Gegenwart. Das Rührei kam. Kira-Ashley: „Die Ducati ist vorhin nicht sofort angesprungen. Ich hätte es wissen können.“ Später, während das Frühstück vom Teller in den Magen wanderte, waren sich beide schnell einig, dass es Menschen müde mache, sich für eine Liebesbeziehung immer aufs Posen zu verlegen. Und sonst? Kira-Ashley hatte einige Umzugskartons noch immer nicht ausgepackt. Aaron merkte, wie jeder Satz dieser Frau sich in sein Bewusstsein schraubte. Stets auf der Suche nach Bildern im Kopf, nach Assoziationen. Es war wie eine Erlebnistankstelle ohne selbst getankt zu haben. Es war diese nahezu perfekte Präsenz. Oberflächlich abgebrüht, innerlich handelsüblich zerrissen. Er merkte gleichzeitig, wie dieses ewige Gedankenauftürmen die Gegenwart verleugnete. Er spürte wie gern er neben ihr saß. Sie hätte das Telefonbuch von Rinteln vorlesen können, er hätte es genossen. Er fühlte sich gut. Sie war zwischenzeitlich gedanklich woanders. Schaute ins Off. Er dachte, okay, sie arbeitet beim Fernsehen, vielleicht schaut man irgendwann ins Off, sowie ein Gärtner ins Beet schaut. Ein Blick zur Uhr sagte ihm, dass es unweigerlich ein Ende dieses Frühstücks geben würde. Sie wollte gegen 11.30 Uhr gehen. Fahren natürlich. Zum Sender. 45 Kilometer. Er hätte hier ewig sitzen können. Er wusste nicht wie dieses Gefühl entstand. Es war wie eine Ebene, die sich entfaltete. Ohne Zutun, wie selbstverständlich. Zwar hier und da noch voller Fragen und emotionaler Tumulte, aber ein pures Vergnügen. Er kannte sie jetzt etwas länger als eine Woche. Der Knall kam auf Umwegen. Sie hatte in einem Streifenshirt quer moderiert und auf einmal sah er eine andere Frau vor der Kamera. Es musste ein kostbarer Moment gewesen sein, als er merkte, dass da etwas passiert war. Er wollte sie. Nicht im Vorbeigehen, nicht als Geplänkel oder zur Ablenkung, nicht zwischen die Schenkel und die Karawane zieht weiter. Er wollte ihren Rhythmus erleben, wollte spüren, was diese Frau in ihm freisetzte. Die Zeit schlug Rad. Schon war alles wieder Vergangenheit, sie musste gehen. Eine Umarmung.

Philipp-Rene: Ich glaub, ich kenn diese Fantasiegeschichte wirklich, das mit den Schenkeln und der Karawane hab’ ich schon mal gelesen.

Nico-Luis: Kann ja sein, aber ich lese nun erst den Rest dieser Story über Heidelbeck.

Er hätte es gern gehabt, dass ihre sperrige Motorradjacke noch über dem Stuhl hing. Mehr Nähe. Er blieb sitzen, sie ging zahlen, stieg auf ihre Ducati und war binnen weniger Minuten Richtung Lemgo verschwunden. Aaron legte die Hand ans Kinn, trank den Milchkaffee langsam aus und wusste, das war sie. Ohne sie je geküsst zu haben, ohne alles quasi. Sie, eine Frau, besser als Tantra und Thai-Massage. Besser als Nutella und Bananenmilchshake, besser als alle Trilogien von George Lucas, die Muppets Show, das Ende von 2001. Besser als der Hüftschwung von Emma Peel, Marilyn, Schlumpfinchen, Lara Croft, Naomi Campbell und der Leberfleck von Cindy Crawford. Besser als die B-Seite von Abbey Road, die Solos von Jimi Hendrix, Neil Armstrongs Schritte auf dem Mond, der Space Mountain, das Lied vom Weihnachtsmann, das Vermögen von Bill Gates, die Trance des Dalai Lama, Nahtoderfahrungen, die Auferweckung des Lazarus, all die Testosteron-Spritzen von Schwarzenegger, das Kollagen in den Lippen von Pamela Anderson. Besser als Woodstock, Highdelbeck und die orgiastischste Raver-Party. Besser als die Freiheit. Besser als das Leben.

(Axel Bürger, aufgewachsen in Kalletal-Stemmen, arbeitet als Dozent, Journalist & Trainer,kreativetiefe.de

Philipp-Rene: Ich weiß jetzt, woher ich diese Fantasiegeschichte kenne. Mia-Chantal, schau doch mal im Internet unter Axel Buerger’s Medienblock-Bürgersprechstunde. Ich esse inzwischen schon mal.

Mia-Chantal: Du hast recht, die Fantasiestory heißt da “A four letter word?“, findet man unter dem Datum vom 04. August 2017 und die spielt auch nicht in Kalletal. Hat irgendjemand leicht verändert.

Lieschen: Miachen, lies doch mal die Originalgeschichte vor.

Mia-Chantal: (hat nach dem Lesen eine gesunde Gesichtsröte, Nico-Luis grinst) Nein, das lese ich nicht vor, dass ist zu schlüpfrig und bestimmte Worte würdest du, Oma, auch nicht verstehen. Aber ich erklär’ euch die wichtigsten Veränderungen: Im Original heißt die angemessen schmal geschnittene Blondine auf der Ducati Ashley Steward und ist 52 Jahre alt. In der Version Kalletal wurde Kira-Ashley Busekros daraus. Blond und schmal geschnitten ist sie geblieben, aber sie ist plötzlich nur noch 30 Jahre alt.

Lieschen: Und warum ist die auf einmal so jung geworden?

Regina-Beate: (grinst) Das wollten wahrscheinlich die aus Varenholz und der Bürgermeister so. Die Image- Webseite soll doch für die Jugend sein und das Waldbaden sollte auch rein. Ich glaube Kira-Ashley war Waldbaden oberhalb von Heidelbeck an den Windrädern. Es heißt, der Windwald wirkt wie ein Jungbrunnen.

Klaus-Wolfgang: Jetzt weiß ich auch, was diese Fantasien mit Kalletal zu tun haben, aber auf einer Gemeinde-Website?

Lieschen: Ich frag’ mich allerdings auch, warum solch schlüpfrige Texte ausgerechnet im Gotteshaus in Lüdenhausen verkündet werden. Die waren doch sonst immer sehr konservativ.

Philipp-Rene: Mein Freund aus dem Kalletaler Rat glaubt, dass die Fördermittel und die guten Kontakte des Bürgermeisters zu den Kirchenvertretern da eine Rolle gespielt haben. Die bekommen im Anzeigenblatt Kalletaler Blick ja auch immer eine ganze Seite für ihre Botschaft spendiert.

Klaus Wolfgang: Ich glaub’, die vom Kirchenvorstand haben nicht gewusst, was in dieser Image-Website von Kalletal so alles drinsteht. Die haben nur die bunten Bilder gesehen.

Lieschen: Ich will von so‘n Kram jetzt nichts mehr hören, es wird nun gegessen.(HB07022019)

 

 

Interviews haben Konjunktur

Interviews haben im neuen Jahr in unseren in Kalletal verbreiteten Medien offensichtlich Konjunktur. Den Anfang machte die Lippische Landeszeitung (LZ) am 10. Januar 2019 mit einem Interview mit dem neuen Kalletaler Fraktionsvorsitzenden der CDU, Julian Gerber. Er wurde vom LZ-Redakteur intensiv befragt nach den Hintergründen der ständigen Wechsel im Fraktionsvorsitz der CDU Kalletal  und der junge Mann hielt stand und dicht. Wenn’s ans Eingemachte ging, verwies er darauf, dass er an den Geschichten der vergangenen Jahre nicht beteiligt war, sieht sich also als „unbelastet“ und gerade deshalb als nun genau den richtigen Vorsitzenden. Größte Sorgen bereitet ihm die Haushaltslage in Kalletal, er äußert sogar Befürchtungen über einen Nothaushalt und hält das finanzielle Risiko für einen Um- und Anbau des Wald- und Forstmuseums für viel zu hoch. Recht neue Töne aus der Fraktion, deren hausgemachte Querelen für mehr Schlagzeilen sorgten als dass sie politische Akzente setzte.

Da wollte dann wohl auch das Westfalen-Blatt (WB) zeigen, dass es Interviews kann und seine zuständige lokale Redaktionsleitung befragte am 17. Januar den Kalletaler Bürgermeister. Der durfte sich dann lange ausbreiten über seine Wahlversprechen, seine pfiffige Fördermittelakquise, die Hohenhauser Straße, die nicht seine Baustelle ist, seine regelmäßigen Besuche der Kalletaler Vereine u.s.w… Kritische Nachfrage? Fehlanzeige, weder zu den umstrittenen Investitionen in drei Grundschulstandorte bei sinkenden Schülerzahlen oder zu der merkwürdigen Antwort des Bürgermeisters zur Digitalisierung des Rathauses, die für Mario Hecker scheinbar heißt, dass man damit beschäftigt ist, die Bauakten aller Gebäude zu digitalisieren. Wenn`s um den Haushalt geht, sieht Hecker Kalletal „jetzt an einem Punkt, wo wir in die Entschuldung kommen können.“ Welch rosige Zeiten für die Dörfer-Gemeinde! Ein starker Kontrast jedenfalls zum jungen CDU-Fraktionsvorsitzenden, der scheinbar anders rechnen gelernt hat und den Nothaushalt befürchtet.

Dieses Interview im Bezahlmedium WB hat es nicht gebraucht. Eine reine Werbebotschaft mit einem Journalisten als Stichwortgeber ist doch eher peinlich. Dann doch wenigstens „Anzeige“ darüber setzen, damit jeder weiß, woran er ist. Es kommt aber fast noch besser, dieses Interview erschien dann auch noch am 26. Januar im Kalletaler Blick, dem kostenlosen Bürgermagazin mit Mitteilungen der Gemeinde Kalletal, der Verlag spricht auf seiner Seite sogar von einem „Amtsblatt“. Vielleicht hat dieses „Interview“ hier ja dann auch seinen legitimen Platz gefunden. Die Fragen wollte sich der Bürgermeister sicher alle schon mal selber stellen… (UB31012019)

 

 

Ein Yeti kann teuer sein…

„Kalletal hoch 3“ - neue Image-Website der Gemeinde

„Als Yeti oder Schneemensch bezeichnet man ein zweibeiniges, behaartes Fabelwesen des Himalaya. Die Sherpas leiten den Begriff von Ye ‚Fels‘ und The ‚Tier‘ ab. In Tibet wird der Yeti als Migö (Wilder Mann) oder auch Gang Mi (Gletschermann) bezeichnet.“ So fasst es Wikipedia knapp zusammen. Doch was – um Himmels Willen - hat ein Yeti mit Kalletal zu tun? Wochenlang durften wir dieses behaarte Männchen mit Aktentasche auch in Anzeigen der Gemeinde Kalletal bestaunen, eingeladen wurde damit zu der Veranstaltung „Kalletal hoch 3“ am 23. Januar in die Evangelisch-reformierte Kirche Lüdenhausen. Eine Moderatorin von Radio Lippe wurde angekündigt, dazu interessante Gäste, die Freischaltung der DORFApp und Präsentation einer neuen „Kalletal Image Website“. Das DORFnet wahr sein – war dazu das vielsagende Motto. Doch wer spricht so in Kalletal? Nach lippisch Platt klingt das nicht, vielleicht ist es ja vergewaltigte Yeti-Sprache…

Der kleine Kalle ist groß geworden und liebt jetzt den Freiraum -
Präsentation der neuen Webseite in der Kirche Lüdenhausen. Foto (c) A. Slotta
 

Nun denn, die Veranstaltung war ausgesprochen gut besucht und viele KalletalerInnen interessierten sich für ihr dörfliches Image, das von einem scheinbar von der Gemeinde Kalletal beauftragten „Kulturdesigner“-Ehepaar aus Varenholz vorgestellt wurde. Wie ein wildgewordener Yeti? hüpfte Karl Gerd Striepecke durch die Reihen und verspritzte Mineralwasser, die Aufmerksamkeit für den spirituellen Sehnsuchtsort Dorf/Heimat war ihm damit gewiss. Die schmucke, zuckersüße Land-Idylle Kalletal „dörflich leben x ländlich wohnen x stadtnah arbeiten“ soll wohl auch Städtern klarmachen, dass sie in seelenlosen Vorstadtsiedlungen hausen, Kalletal dagegen ganz viel Seele hat. Hier machen die Menschen alles gemeinsam, die Dorfkinder wachsen mit Liebe auf und die Gärten machen gesund - ein kleines Stück vom Paradies halt! Ob diese Art der Vermarktung wirklich junge Menschen anspricht und sie für Kalletal die Vorstädte verlassen? Wirkt Kalletal mit dieser romantisierenden Darstellungsform nicht eher rückständig, wie aus der Zeit gefallen?

Jedenfalls wäre es schön gewesen, wenn die Texte sich wenigstens an die gängige Duden-Version halten würden. Schloß z.B. schreibt sich halt heute Schloss, der Spaß war früher ein Spaß und wird auch heute nicht zum Spass. Zitate sollten korrekt wiedergegeben werden, u. s. w.  Sie finden das kleinlich, schließlich macht jeder mal Fehler? Nein. Es ist die offizielle Webseite einer Kommune und so viel Sorgfalt sollte sein… Es dürfte ja auch durchaus ein teures Vergnügen sein, sich diese „Potenz des Potentials“ - von der Karl Gerd Striepecke sprach - (oder doch lieber Potenzials?) zu leisten. Die tatsächlichen Kosten für die SteuerzahlerInnen sind leider nicht bekannt, Ausschüsse waren mit dem Thema und der Auftragsvergabe nicht befasst. Die Werbeveranstaltung in der Kirche (Werbung für wen? Oder was?) war sicher auch nicht umsonst. Ein Blogger, der das Land so liebt, dass er schon nach drei! Tagen! in Hamburg das Handtuch wirft, eine Profi-Moderatorin und illustre Gäste mit Überstunden – auch da kommt etwas zusammen. Hoffentlich weiß wenigstens der Rat der Gemeinde Kalletal, was all das gekostet hat.

Nahtlos jedenfalls knüpft das Varenholzer „Kulturdesigner“-Ehepaar damit an seine märchenhafte Imagebroschüre und Dorfschatzkarte an (unverkehrt.de berichtete bereits, siehe Archiv/Allgemeines, „Kalletaler Imagebroschüre sorgt für Verwunderung“, „Von Pustebacken, Schrauben und Stiften – Marios oder Grimms Märchen?“). (ED29012019)

 

 

 

Balkongespräch Januar 2019

Alte Schulfreunde sind wichtig für die Karriere von Seiteneinsteigern

06. Januar 2019: Die Weihnachtsdeko ist abgeräumt. Den Baum holt die Jugendfeuerwehr ab. Lieschen hat alle Reste von Silvester zu einem wunderbaren Brunch aufbereitet.

Nico-Luis: (kommt grad ins Haus, war mit dem Hund los) Ich war am Schulzentrum, da sieht das ja aus wie Kraut und Rüben. Überall Müll, zerschlagene Fensterscheiben, angebrannte Rahmen und dann auch noch die wüste Baustelle, nicht gerade einladend für Schüler.

Klaus-Wolfgang: Ja, hab‘ ich auch schon gehört. Nachbar Sven-Olaf hat gesagt, da ist weder Herr noch Hirte.

Philipp-Rene: (zustimmend) Das scheint alles nicht so richtig zu laufen. Die Baustelle Schulzentrum dauert nun schon viele Jahre und so richtig geht’s nicht voran. Ein Freund von mir aus dem Bauausschuss hat gesagt, dass die auch wohl im Bauamt große Probleme haben. Die neue Leitung kann wohl Hochbau gar nicht und hat deshalb schon vor Jahren einen Architekten vom ehemaligen Arbeitgeber (Stadt Lemgo) geholt, der das machen sollte. Nannte sich damals interkommunale Zusammenarbeit. Schon 2016 kündigte der an, dass bis Mitte 2018 die Gesamtmaßnahme Sanierung der Gemeinschaftsschule Hohenhausen fertiggestellt sein könnte. Dieser Architekt der Stadt Lemgo war aber auch nur kurz da, das war's dann mit der interkommunalen Zusammenarbeit mit Lemgo in diesem Bereich.

Klaus-Wolfgang: Und wie geht's weiter?

Philipp-Rene: Die Gemeinde Kalletal hat dann die Stelle eines Architekten ausgeschrieben. Hat sich aber wohl kein Architekt gemeldet, die Stelle hat jemand mit dem Ausbildungsschwerpunkt Landschaft/Natur bekommen. Bestimmt geeignet für Planungen am Bürgerpark. Hat sich aber kurz auch um den Umbau des Schulzentrums gekümmert. Das weiß ich darum, weil diese Planerin in der Presse berichtete, dass in der neuen Aula auch Sektempfänge stattfinden sollen. In der Sportgruppe habe ich aber gehört, dass diese „Fachkraft“ schon einen anderen Aufgabenbereich übernommen hat.

Klaus-Wolfgang: Und nun? Für solche Großprojekte braucht man doch erfahrene, fähige Mitarbeiter. Man kann doch externe Planer nicht einfach so machen lassen.

Philipp-Rene: Das sieht die Rathausführung neuerdings nicht so eng. Die haben - wie ich auf der Arbeit gehört habe - für zwei Jahre befristet einen neuen Projektmanager eingestellt. Der soll die Oberbauleitung bei großen Hochbaumaßnahmen übernehmen. Auch Ausschreibungen und Vergaben, Kostenkontrolle, Qualitätskontrolle und Überwachung der externen Architekten und Ingenieure gehören angeblich zu seinen Aufgaben. Machbarkeitsstudien und Wirtschaftlichkeitsberechnungen soll der ebenfalls machen.

Klaus-Wolfgang: (ungläubig) Und einer, der sowas kann, kommt für zwei Jahre ins Kalletal? Wenn sich schon kein gelernter Architekt beworben hat?

Philipp-Rene: Neeee, der ist nicht neu, der war schon bei der Gemeinde und bisher Hausmeister für die Wohnheime der von Krieg und Verfolgung Betroffenen. Diese Stelle hat der auch noch nicht lange. Der Bürgermeister kennt den wohl aus Schulzeiten. Der ist auch nicht zwingend der Fachmann in diesem Bereich.

Klaus-Wolfgang: Ich erwarte ja schon wenig, aber das glaube ich jetzt nicht wirklich.

Regina-Beate: (wichtig) Jetzt versteh' ich auch die Gespräche beim Strickkurs in der Dorf-FH. Es wurde erzählt, dass man - wie derzeit ja überall - auch Seiteneinsteiger fördern muss. Es war die Rede von guten alten Schulfreunden, auch von Hausmeistern mit großer Empathie für Steine, Beton und Holz und deren unentdeckten Fähigkeiten. Die haben gesagt, dass Hausmeister - wenn sie passende Schulfreunde haben - auch Projektmanager werden können.

Mia-Chantal: Ich glaube, den kenn' ich. Der war schon mal bei uns an der Schule.

Regina-Beate: Ich kenn' den auch, der hält immer die Haustür auf, wenn die Ratssitzungen in der Sparkasse sind.

Klaus-Wolfgang: (bedenkenvoller Blick) Ich geh' davon aus, dass das mit den Schulfreunden teuer für uns wird.

Lieschen: Schluss jetzt, wir essen jetzt die wunderbaren Forellen von Familie Wenzel aus Kalldorf mit der schmackhaften „Honigsauce“. (HB13012019)

 

 

 

Neujahrsgrüße 2019

Hofberichterstattung oder betreutes Denken

Kurt Tucholskys (geb.1890, gest.1935) Beschreibung einer Pressestelle passt auch nach einhundert Jahren:

„Die Pressestelle hat zweierlei Aufgaben: einmal macht sie den Zeitungen und damit der zu täuschenden Öffentlichkeit die Notwendigkeit der Dienststelle klar, der sie angegliedert ist.Die Pressestelle hat zweitens die Aufgabe, etwaige Fehlgriffe der Dienststelle - also ungefähr die Hälfte ihrer Tätigkeit - vor der Öffentlichkeit zu beschönigen, zu bemänteln oder abzuleugnen.“

 

2018 haben wir uns bei der Berichterstattung zu politischen Beschlüssen durch die regionale Presse und Anzeigenblätter des Öfteren verwundert die Augen gerieben. Bei manchen Berichten aus Sitzungen haben wir uns gefragt, ob wir auf einer anderen Veranstaltung waren. Das las sich oft wie eine Pressemitteilung aus dem Rathaus, Hofberichterstattung oder betreutes Denken.

Wir konnten mehrfach überall mehr oder weniger das Gleiche lesen. Was aber auch kein Wunder ist, wenn beispielsweise eine Person für gleich drei Objekte (Westfalen-Blatt - Nordlippischer Anzeiger- Kalletaler Blick) sehr unterschiedlicher Art tätig wird.

Kritisches Hinterfragen: Fehlanzeige. Dafür aber reichlich Likes zu den Meldungen aus dem Rathaus auf Facebook und Twitter. Man geht Arm in Arm mit denen, die man als Presse eigentlich kontrollieren soll?

Hofberichterstattung können Sie von unverkehrt.de auch in 2019 nicht erwarten.

Wir leisten uns weiterhin den Luxus einer eigenen wohlbegründeten Meinung und lassen Sie, liebe Leserinnen und Leser, auch zukünftig gerne daran teilhaben. Wir möchten Themen anstoßen, Hintergrund-Informationen geben und zu kritischen Diskussionen anregen. Bleiben Sie uns gewogen.

In diesem Sinne wünscht das „TEAM VON UNVERKEHRT“ ein gesundes, frohes neues Jahr 2019. (HB30122018)

 

                    

 

 

 

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